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 Grundlegendes zu Citrusfrüchten 

 

Zunächst: Interessantes zum Ursprung der Zitrusfrüchte
Aus nur drei Arten soll die heutige Vielfalt hervorgegangen sein
Ein Artikel der University of Florida, Gainesville, 16.01.2002:
Pflanzenforscher der University of Florida in Gainesville haben den Ursprung aller rund 500 verschiedenen Sorten von Zitrusfrüchten auf drei Arten zurückgeführt, berichtet das Magazin "New Scientist". Die drei Arten Zitrone, Mandarine und Pomelo - eine Dessertfrucht in Südostasien - sollen die Züchtungs-Grundlage zu Beginn der Kultivierung vor rund 4000 Jahren gelegt haben. Frühere Theorien gingen von nur einer Ursprungsart aus. Diese Früchte der Gattung "Citrus" aus der Familie der Rautengewächse stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Dreieck von Ost- Indien, Nord-Burma und Südwest-China.
Von dort verbreiteten sie sich gen Westen nach Europa und bildeten nach und nach die heutige Sortenvielfalt. Mit historischen und geographischen Daten konnte der Ursprung von Bitterorange und Konsorten nur vermutet werden. Nun verknüpften die US-Forscher erstmals diese Informationen mit DNA-Analysen der verschiedenen Sorten und folgerten daraus, dass die drei Arten die Basis für alle anderen Sorten gelegt haben. Diese Forschungen sein vor allem wegen der verschiedenen Fortpflanzungsstrategien der Zitrusfrüchte schwierig.
Denn einige Sorten reproduzieren sich asexuell, so dass sie sich über Klone ihrer selbst verbreiten. Dies erwies sich nicht selten sogar als evolutionärer Vorteil gegenüber der klassischen Fortpflanzung bei anderen Arten. So entstand die heutige Vielfalt aus zufälligen Hybriden, spontanen Mutationen oder auch aus gezielten Züchtungen. Die Limette ist daher wahrscheinlich aus der Zitrone und der Pomelo hervorgegangen. Die Limone dagegen ist ein Hybrid aus Zitronen und Sevilla- Orange. Diese wiederum ähnelt sehr der Mandarine und trägt einige Gene der Pomelo.

 

Jetzt zum Thema Citrusfrüchte über's Jahr

Eine grüne Zitrone oder eine hellgelbe Orange ist unreif !

Diese Grundaussage ist uns quasi angeboren.
Dazu eine kleine Anekdote vorweg:
Das Kind fragt die Mutter: "Mama, warum sind die Brombeeren rot und nicht schwarz?" Antwort: "Weil sie noch grün sind."
Es gilt daher - unverrückbar in unseren Köpfen:
Grün ist gleich Unreif.
Das stimmt zwar oft, aber eben keineswegs immer. Äpfel sind grün, Birnen sind grün, Stachelbeeren sind grün, Trauben sind grün ! Alles sehr beliebte Früchte, die in rauhen Mengen verzehrt werden. Okay, der Bio-Grieche versteht schon, worum es geht. Die oben genannten Früchte sind halt reif und grün. Das gilt jedoch bei Orangen und Zitronen nicht. Citrusfrüchte kennen die meisten Leute ja nur aus dem Laden und nicht in ihrer natürlichen Umgebung. Nun ist es kein Zufall, dass es die leckersten Citrusfrüchte seit je her immer nur im Winter gibt, genau wie Feldsalat. Beim Feldsalat haben wir uns damit abgefunden, dass der nur saisonal zu haben ist. Aber der moderne Wohlstandsmensch will halt alles, wonach es ihn gerade gelüstet, 12 Monate im Jahr, natürlich in Spitzenqualität. Spitzenqualität ist aber immer nur bei den Früchten zu haben, die mitten in ihrer natürlichen Saison stehen. Und das ist bei Orangen eindeutig der Winter. Auf Orangen könnte man im Sommer durchaus verzichten, auf Zitronen jedoch nicht. Kommen wir also zum Titelthema. Es gibt in Europa Winter- und Sommerorangen und Zitronen. Alle drei Sorten haben völlig unterschiedliche Eigenschaften.
Sommer-Zitronen
Sommer-Zitronen
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Zitronen sind richtige "Powerbäume". Sie blühen und tragen das ganze Jahr. Diese fortgesetzte Produktion läßt den Zitronenbaum auch nicht alt werden, durchschnittlich erreicht er 25 Jahre. "Normale" Zitronen
"Normale" Zitronen
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Sommer-Orangen
Sommer-Orangen
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Die Sommer-Orangen, Sorte Valencia, haben gegenüber den Winter-Orangen, Sorte Washington, eine deutlich blassere Farbe, auch geschmacklich unterscheiden sie sich ganz wesentlich. Winter-Orangen
Winter-Orangen
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Weiter oben konnten Sie lesen, dass es kein Zufall ist, dass es die leckersten Citrusfrüchte immer im Winter gibt, und jetzt kommt die Aussage, die Sie sicher wundern wird:
Citrusfrüchte, besonders Orangen, bekommen ihre Farbe und den letzten geschmacklichen Kick bei leichten Nachtfrösten um die minus 1 Grad !! Und genau aus diesem Grund wachsen die feinsten Orangen nur in einem recht schmalen Gürtel im südlichen Europa, in dem genau diese Temperaturen während der Reifezeit gelegentlich auftreten. Das gilt auch für Zitronen. Zitronen werden im Sommer einfach nicht gelb, weil die entsprechende Kälte fehlt, sie bleiben grün! Wenn wir also im Sommer unbedingt Zitronen brauchen, sollten wir die grünen nehmen.
Da wir Mitteleuropäer konsequent nur gelbe Zitronen kaufen, müssen sich die Anbieter halt was einfallen lassen. Bei konventionellen Zitronen, die übrigens im Sommer auch grün sind, wird durch chemische und Wärmebehandlung die gelbe Farbe nachträglich geschaffen. Bei Früchten aus biologischem Anbau ist das verboten, daher sind Bio-Zitronen im Sommer immer grün. Da nun wirklich fast kein Mensch, auch ein Bio-Mensch nicht, grüne Zitronen kauft, müssen sich die Bio-Großhändler wieder was einfallen lassen: Sie kaufen die Bio-Zitronen während des Sommers in Südafrika, wo ja in unserem Sommer Winter ist. Diese natürlich gelben Zitronen werden dann mit dem Flieger nach Europa gebracht, wobei pro Kilo Nutzlast 4,3 Liter Flugzeugbenzin verbrannt werden. Ist das noch bio?

Jetzt kommen wir noch zu den Sommer-Orangen. Davon gibt es im Mittelmeerraum genau eine Sorte: Valencia. Das sind nun ganz besondere Bäume. Zum einen werden die Früchte wegen der fehlenden Kälte nicht so kräftig orange wie bei den Wintersorten, zum anderen hat der Baum die einmalige Eigenschaft, seine Früchte nicht abzuwerfen. Die ersten Valencia-Orangen gibt es bereits im April, die letzten bis Ende Oktober, wobei die Früchte in der Tat von April bis Oktober im gleichen Reifezustand am Baum hängen. Es kann also ein halbes Jahr je nach Bedarf von den selben Bäumen geerntet werden. Geschmack und Reifegrad der Früchte ändern sich über diese lange Zeit hinweg nicht wesentlich.

und jetzt ?
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