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Artikel 2 über Mediterrane Kost

 

Untenstehenden Text haben wir der "Ärztezeitung Online" entnommen. Logo
Artikel vom 4. August 1997 von Dr. Ursel Wahrburg.

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Ernährung / Olivenöl hat positiven Einfluß auf Lipidstoffwechsel / LDL-Cholesterin sinkt

Was das mediterrane Essen der mitteleuropäischen Kost voraus hat. Münster (sw)

Der Olivenölverbrauch in Deutschland ist mit 0,2 Litern pro Kopf und Jahr im Vergleich zu den Mittelmeerländern - zum Beispiel Griechenland mit 20 Litern - noch immer sehr gering. Dabei schützt die mediterrane Kost aus vielen pflanzlichen und wenigen tierischen Lebensmitteln mit Olivenöl als Hauptfettquelle vor koronarer Herzkankheit.

Eine Pizza mit drei Lagen Salami, wie man sie in Deutschland bekommt, gehört sicherlich nicht zur traditionellen mediterranen Kost. Die traditionelle mediterrane Kost wie sie etwa in Griechenland und Süditalien in den 60er Jahren üblich war, geht aber auch in diesen Ländern zugunsten von Fast Food zurück, wie Dr. Ursel Wahrburg vom Institut für Arterioskleroseforschung in Münster berichtet hat.

Das Speiseangebot in den Mittelmeerländern sei reich an Obst, Gemüse, Brot, Teig- und anderen Getreideprodukten, Hülsenfrüchten sowie Nüssen - meistens im wenig bearbeiteten Zustand. Hauptfettquelle sei Olivenöl, das überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren enthalte. Milchprodukte, vor allem Joghurt und Käse, würden täglich in geringen bis mäßigen Mengen verzehrt, Fisch und Geflügel mehrmals pro Woche in mäßigen Mengen. Zum Essen gehöre auch Wein in kleinen Mengen, so Wahrburg.

Diese Kost unterscheidet sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung von der nord- und mitteleuropäischen deutlich: Es sind weniger gesättigte Fettsäuren, Cholesterin, Salz oder Purine enthalten. Außerdem ist sie reich an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen, an Vitaminen und Mineralstoffen, aber auch an möglicherweise antioxidativ wirkenden Pflanzenstoffen.

Durch ihren höheren Anteil an Kohlenhydraten und ihren niedrigeren Anteil an Fetten als bei uns, besitzt die mediterrane Kost eine geringere Energiedichte. Daher eignet sie sich zur Prävention und Behandlung bei Übergewicht, das nach Ansicht von Privatdozent Dr. Arnold von Eckardstein ein Hauptproblem in den Industrieländern darstellt.

Eine olivenölreiche Kost beeinflusse auch eine Hyperlipidämie günstig. In mehreren Studien sei belegt worden, daß dabei die LDL-Cholesterin-Konzentration gesenkt werde, jedoch ohne die Konzentration des gefäßschützenden Lipoproteins HDL zu verringern. Möglicherweise schützen Monoensäuren durch die höhere chemische Stabilität im Vergleich zu Polyensäuren die LDL-Partikel auch stärker vor Oxidation, die zur Atherosklerose beitragen sollen. In anderen Studien ist ein Zusammenhang zwischen dem Anteil gesättigter Fettsäuren in der Nahrung und der Koronarsterblichkeit festgestellt worden. Sie sank mit dem Anteil aufgenommener einfach ungesättigter Fettsäuren. Eine besonders niedrige Koronarsterblichkeit fand sich bei Kretern, deren Speisen kaum gesättigte Fette enthalten.

Mediterrane Kost scheint aber auch vor vielen anderen Krankheiten zu schützen, wie Hypertonie, Diabetes mellitus, Gicht und Obstipation. Deshalb sollte sie am Mittelmeer erhalten und in Nordeuropa verbreitet werden, so Wahrburg.


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