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| Artikel 3 über Mediterrane Kost |
| Untenstehenden Text haben wir der "Ärztezeitung Online" entnommen. | ![]() |
| Artikel vom 23. April 1998.
Copyright © Ärzte Zeitung Ernährungsmedizin / Ersatz von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren / Einfach ungesättigte Fettsäuren verändern LDL-Zusammensetzung Eine fettreiche Diät kann durchaus die Triglyzerid-Spiegel senken Wiesbaden (bös). Wer über die Ernährung seine Cholesterin- und Triglyzeridwerte senken will, muß nicht unbedingt insgesamt die Fettzufuhr reduzieren. Wichtig ist vor allem, gesättigte Fettsäuren durch ungesättigte - am besten einfach ungesättigte - zu ersetzen. Die alte Formel, daß von den Fetten jeweils ein Drittel in Form von gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zugeführt werden sollte, gilt inzwischen nicht mehr. Am Institut für Arterioskleroseforschung der Universität Münster ist es gelungen, in einer kleinen Studie mit 25 Patienten mit Hypertriglyzeridämie die Blutlipide auch unter einer fettreichen Diät mit ungefähr 40 Prozent Fettanteil in der Kost zu normalisieren. Der Effekt war dabei sogar besser als unter einer fettreduzierten, kohlenhydratreichen (56 Prozent Kohlenhydratanteil) Ernährung. Dr. Ursel Wahrburg aus Münster hat die Studie bei einer Veranstaltung auf dem Internistenkongreß in Wiesbaden vorgestellt. Die Teilnehmer der Untersuchung hatten Ausgangs-Triglyzeridwerte um 500 mg/dl. Unter einer fettreichen Ernährung mit hohem Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und zwei bis fünf Gramm Omega-3-Fettsäuren, die die Teilnehmer allerdings nicht in Form von Kapseln, sondern als Fischmahlzeiten zu sich nahmen, sanken die Triglyzeridspiegel auf unter 200 mg/dl. Unter der kohlenhydratreichen Kost wurden nur Werte oberhalb von 200 mg/dl erreicht. Auch in puncto HDL-Erhöhung erwies sich die fettreiche Ernährung als besser. Die LDL-Werte dagegen wurden durch beide Ernährungsformen in etwa gleichem Maße gesenkt. Die mediterrane Ernährung ist nach Ansicht von Ursel Wahrburg besonders geeignet, um kardiovaskuläre Risikofaktoren zu beeinflussen. Diese Kost, die sich durch einen hohen Anteil an möglichst frischen pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst der Saison, aber auch viel Brot, Pasta, Hülsenfrüchte und Nüsse auszeichnet, bei der Olivenöl als hauptsächliche Fettquelle verwendet wird und Fleisch zugunsten von Fisch und Geflügel reduziert ist, hat nur einen geringen Gehalt an gesättigten und Trans-Fettsäuren sowie an Nahrungs-cholesterin. Dies trägt dazu bei, das atherogene LDL zu senken, wie Wahrburg erläutert hat. Durch die einfach ungesättigten Fettsäuren, an denen Olivenöl reich ist, wird nach neuen Erkenntnissen nicht nur der Gehalt an LDL, sondern auch dessen Zusammensetzung verändert. Die LDL-Partikel werden vermutlich resistenter gegen oxidative Prozesse. Ohne Einsparung an gesättigten Fettsäuren geht es jedoch nicht, wie Wahrburg sagte: "Die Cholesterin-erhöhende Wirkung von gesättigten Fettsäuren ist etwa doppelt so stark wie die Cholesterin-senkenden Effekte der einfach ungesättigten Fettsäuren." Zusätzliche Vorteile der mediterranen Ernährung seien die geringe Energiedichte und die - vor allem im Gemüse und Getreide enthaltenen - Vitamine B6 und B12 sowie die Folsäure. Durch diese Inhaltsstoffe läßt sich zusätzlich noch das ebenfalls als kardiovaskulärer Risikofaktor bekannte Homocystein wirksam reduzieren. |
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