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Artikel 4 über Mediterrane Kost

 

Untenstehenden Text haben wir der "Ärztezeitung Online" entnommen. Logo
Artikel vom 5. April 2000.

Copyright © Ärzte Zeitung

Krankenhaus in Rothenburg ob der Tauber hat seine Küche auf mediterrane Ernährung umgestellt

Obst, Fisch und Olivenöl statt Rind und Schwein, Neu-Isenburg (ine).

"Patienten, denen man eine Diät verordnet, haben schnell das Gefühl, man nimmt ihnen etwas weg", sagt Gerald Wüchner im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Diäten werden daher meist nicht über einen längeren Zeitraum eingehalten. "Als Koch muß man sich Gedanken machen, wie man Patienten eine vernünftige Ernährung nahebringt - ohne ihnen Genuß und Lust am Essen zu nehmen."

Seit Anfang April hat das Krankenhaus in Rothenburg ob der Tauber seine Küche auf mediterrane Ernährung umgestellt. Auf dem Speiseplan stehen Getreideprodukte, Gemüse, Obst und Käse, Olivenöl, Nüsse und Samen. Es gibt weniger Rind- und Schweinefleisch, dafür mehr Geflügel und Fisch. Das neue Wahl-Menü kam auf Initiative des Kochs zustande. Da Wüchner auch privat die mediterrane Küche schätzt, informierte er sich bei Professor Gerd Assmann vom Institut für Arterioskleroseforschung in Münster über diese Ernährungsform. Mediterrane Kost ist arm an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. In Münster laufen seit mehreren Jahren Studien zu diesem Thema. Epidemiologische Daten belegen, daß in Süditalien und Griechenland die KHK-Mortalität und die Krebsinzidenz im europaweiten Vergleich niedriger sind. Wüchner konnte schnell die Geschäftsführerin Beate Besten und die Oberärztin Dr. Maria van Aerssen von seinem Projekt überzeugen.

Die Patienten können in der Klinik weiterhin zwischen mehreren Menüs wählen. "Wir möchten die mediterrane Kost niemandem aufzwingen, wir möchten überzeugen", sagt Wüchner. Jeder Patient bekommt ein Merkblatt mit Informationen.

"Das wichtigste ist jedoch die Frage: Wie bringe ich es auf den Teller?", so Wüchner. Dazu werden im Krankenhaus Kochkurse angeboten. Die Patienten lernen beispielsweise, wie man gebratenes Kabeljaufilet mit Staudensellerie, Oliven und Thymiankartoffeln kocht. Und sie lernen, daß man bei Olivenöl auf die Qualität achten sollte. Wüchner empfiehlt "Natives Olivenöl extra".

Wüchners Lieblingsrezept: Zucchini, Paprika, Auberginen, Kürbis und Kichererbsen in Olivenöl anbraten, geröstete Sonnenblumenkerne und Sesam darüberstreuen, dazu ein Stückchen gebratenen Fisch.

Mediterrane Kost schmeckt und hilft. Die mediterrane Ernährung ist arm an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin, reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vorteil: Sie schmeckt und wirkt sich positiv aus bei:

  • koronaren Herzerkrankungen, unter anderem durch eine Verbesserung des Lipidprofils,
  • Abnahme von entzündlichen Prozessen im Intima- und Endothelbereich;
  • Diabetes mellitus (Typ 2): Verbesserte Insulinsensitivität und Verbesserung des Blutglukose- und Lipidprofils;
  • Krebserkrankungen (Kolon, Brust, Prostata) durch Senkung des Plasma-Homocystein-Spiegels.


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