
Der Bio-Grieche fragt: Was für Mittel sind eigentlich Lebensmittel?
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| Warum wir gerade die Erdbeere als Beispielfrucht nehmen, erklärt sich im weiteren Text. | ||||||||
| Vor dem Verzehren einer "Substanz", die essbar sein könnte, steht der Geruch, der Geschmack und mittlerweile leider auch das Aussehen (das Auge isst mit). Sie erinnern sich: Wenn Sie eine Ihnen unbekannte "Substanz" essen sollen zum Beispiel im Urlaub, was machen Sie als erstes? Sie riechen daran. Und als zweites nehmen Sie eine winzige Menge in den Mund und probieren den Geschmack. Diese Vorgehensweise ist von der Natur tief in uns verankert worden und hat schlicht und einfach eine überlebenswichtige Schutzfunktion ! Die Optik spielt für diesen Schutz keine Rolle, sondern diese Wertgebung wurde uns anerzogen. Warum riechen wir zuerst und kosten dann? Weil die Nase etwa 200 Geruchs- Geschmacksvarianten unterscheiden kann und die Zunge nur 4 ! Allerdings gelangen die Aromen über die Mund-Nasen-Ohrenverbindung, über die eustachische Röhre wieder in den Nasenraum. Aus diesem Grunde ist das Geschmacksempfinden sehr beeinträchtigt, wenn man erkältet ist, denn dann funktioniert die Nase nicht mehr, nur noch die Zunge. Eustachisch kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den zwei Wörtern "eu" und "stachys" zusammen. "eu" bedeutet: gut, recht, wohl, glücklich, günstig. "stachys" bedeutet Ähre. Dass der Stiel einer Ähre eine Röhre ist, dürfte bekannt sein. So bedeutet der Begriff sinngemäß "gute Röhre". Man könnte daher einfach Eustachys (ευστάχυς) sagen und das Wort Röhre weglassen, da es eigentlich zwei Mal vorkommt. Lesen Sie einen kurzen und spannenden Artikel zum "Riechen" aus der Sendereihe Quarks & Co vom Westdeutschen Rundfunk oder schauen Sie sich einen kurzen Film dazu an vom SWR/WDR Schulfernsehen. | ||||||||
| Einmal sagte mir jemand: "Ich weiß, dass jetzt (es war März) keine Erdbeerzeit ist, aber ich habe jetzt Lust auf Erdbeeren, und deshalb kauf' ich mir jetzt welche." |
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Gehen wir das Problem mal über diesen Schlüsselsatz an. Zunächst: Bei dieser Person handelt es sich um einen sehr liebenswerten Menschen. Es geht hier absolut nicht darum, Schuldzuweisungen zu treffen, sondern der Bio-Grieche möchte versuchen, eine Entwicklung kurz zu skizzieren. Es ist noch nicht so lange her, da gab es im März einfach keine Erdbeeren zu kaufen, also konnte auch der Wunsch, im März welche zu essen, nicht erfüllt werden. Es sei denn, man hatte in der Erdbeerzeit des Vorjahres die Früchte eingemacht oder Marmelade gekocht. Das ist heute nicht mehr "in" und macht außerdem viel Arbeit. Die gesparte Zeit kann man nutzbringender verwenden, zum Beispiel am Fernseher oder im Stau auf der Autobahn während der Fahrt ins Grüne oder in den fünften Kurzurlaub. Das war jetzt etwas sarkastisch, zugegeben, aber wir sollten uns schon vor Augen halten, dass wir heute in den sogenannten Wohlstandsgesellschaften alle so leben, wie sich das früher nur Fürsten und Könige leisten konnten. Dafür bezahlen wir einen Preis. Und schon sind wir beim zentralen Begriff, beim Preis. Der Preis ist zunächst, dass wir für unseren fürstlichen Lebensstil enorm viele natürliche Ressourcen verschwenden. Diese sind aber endlich. Dann kommt der Preis, der den eigenen Geldbeutel direkt betrifft, was bedeutet, das Luxusleben darf nicht viel kosten. Dieser Wunsch ist verständlich, aber er ist auch der Grund allen Übels. Da hat ein risikofreudiger Unternehmer mit den besten Absichten eine Firma gegründet, die Erdbeermarmelade produziert. Die Firma floriert, weil die Marmelade sehr gut schmeckt. Alles ist bestens. Jetzt kommt ein zweiter risikofreudiger Unternehmer und gründet ebenfalls mit den besten Absichten eine Firma, die ihrerseits Erdbeermarmelade produziert, weil Firma 1 den Bedarf nicht decken kann. Dann kommt Firma 3, 4 usw. Langsam wird es eng auf dem Markt, denn inzwischen haben wir zu viel Erdbeermarmelade. Natürlich will keiner der risikofreudigen Unternehmer pleite gehen. Also muss er die Produktion "optimieren" und den Bedarf erhöhen. Optimieren heisst: Mehr produzieren mit geringerem Aufwand und so den Preis im Vergleich zur Konkurrenz senken. Bedarf schaffen heisst: Werbung. Aber auch die ist teuer und muss durch weiteres Optimieren der Produktion finanziert werden. Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden, den Rest kennen Sie schon. Inzwischen werden sehr schnell sehr viele Erdbeeren produziert, denn auch vor der mittlerweile industriellen Landwirtschaft macht der Konkurrenzdruck nicht halt. Obst, Gemüse und Fleisch, das sehr schnell wächst, verliert an Qualität und vor allem an Geschmack. Früher musste ein Schwein drei Jahre wachsen, ehe es schlachtreif war, heute sind es noch 6 Monate. Da wir Esser nicht gern geschmackloses essen, muss also wieder Geschmack rein ins Essen. Das geschieht zum Beispiel mit Glutamat (Andere Namen für Stoffe, in denen Glutamat enthalten ist: Hefeextrakt, Aroma, Würze, Milchzucker, fermentierter Weizen, gekörnte Brühe, oder Brühwürfel. Die Glutamat-Story, unbedingt lesen !!). So ist eine Geschmacksverstärkerindustrie gigantischen Ausmaßes entstanden. Bedingt durch den Preisdruck werden heute mit großtechnischen Verfahren und mit Hilfe genmanipulierter Kleinstlebewesen enorme Mengen sogenannter Lebensmittelzusatzstoffe produziert. Dabei sind die genmanipulierten Grundstoffe und Enzyme nicht einmal kennzeichnungspflichtig, weil sie in einem sekundären Prozess ablaufen und im "aufgereinigten" Endprodukt keine genveränderte DNA mehr nachweisbar sein darf. Zum Thema Gentechnik bedarf es noch einiger Anmerkungen:
So, die Überschrift lautet: Was für Mittel sind eigentlich Lebensmittel? Nun, es sind Mittel, die ein paar wenige Menschen, die diese wahrscheinlich selbst gar nicht essen, steinreich machen. Gehen Sie mal in einen Supermarkt, nicht um einzukaufen, sondern um stichprobenartig die Zutatenlisten auf den tollen Verpackungen zu lesen. Da finden Sie selbst auf Bio-Marmeladen die "Scheiss-Zitronensäure". Die einzige Marmelade, die der Bio-Grieche in einem Supermarkt gefunden hat, die keine Zitronensäure, sondern Zitronensaft-Konzentrat zur Haltbarmachung enthielt, war von der Firma A. Darbo in Tirol. Zitronen sind nachweislich gesunde Früchte. Es kommt nun der Lebensmittelchemie sehr zupass, dass quasi alle Menschen Zitronensäure mit Zitronensaft gleichsetzen. Diese haben jedoch nichts miteinander zu tun. Zwar enthält die Zitrone etwa 7% natürliche Zitronensäure und alle anderen Früchte enthalten ebenfalls einen mehr oder weniger hohen Prozentsatz davon, aber die industriell erzeugte Zitronensäure wird nun wirklich nicht aus Früchten gewonnen, wie Sie in unserem Artikel über dieses Produkt nachlesen können. Hier ein Link, wo Sie erfahren, was alles in unsere Lebensmittel reinkommt und wie es hergestellt wird. Diese Webseite empfiehlt Ihnen der Bio-Grieche darüber hinaus zum ausführlichen Studium: www.transgen.de. |
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Kommen wir noch einmal zum Thema Lebensmittelzusatzstoffe und Aromaindustrie. Lesen Sie dazu die folgenden Beschreibungen der genialen Enzyklopädie WikipediA und achten Sie auch auf die in den Artikeln verzeichneten Links!Warum haben wir bewußt Erdbeeren als Beispielfrucht ausgewählt? Ganz einfach:
Übrigens handelt es sich bei den Konzernen, die Nutztier- Haustier- und Menschenfutter herstellen um ein und diesselben Firmen. Da kann schon mal was verwechselt werden, völlig ohne Absicht, natürlich. |
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Hier noch ein Bild eines richtig leckeren Krabbenimitats, genannt Surimi.![]() Lesen Sie bei WikipediA, aus welch leckeren Zutaten die Kunstkrabben zubereitet werden. |
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| Abgesehen davon, dass geldgierige Unternehmer keine Skrupel kennen, wenn es darum geht, eines Tages der reichste Mensch auf dem Friedhof zu sein, ist auch in Sachen Skrupellosigkeit noch eine Steigerung möglich: Wir sprechen von den feinen Herren, die mit voller Absicht abgelaufene Lebensmittel umdeklarieren, Frostschutzmittel in Wein panschen, oder giftiges Maschinenöl als Olivenöl verkaufen. Der Bio-Grieche hat eine Webseite - Sie haben richtig gelesen - genau eine, und zwar eine private gefunden, die alle bisher bekannten Skandale in Europa übersichtlich auflistet. Die wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Was beim ersten "Querlesen" sofort ins Auge springt, ist: Die Zahl der Skandale nimmt drastisch zu !! Das mag daran liegen, dass heute mehr aufgedeckt wird als früher, es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass die kriminelle Energie einfach nur wächst. Hier die Links von Karl-Heinz Dittberner: | ||||||||
Lebensmittelskandale
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| Erfahren Sie hier, wie die sinnlose Geldvernichtungsmaschine EU mit Verbraucherschutz und belasteten Lebensmitteln umgeht: Wir zitieren einen Text der Verbraucherschutz-Organisation foodwatch. Politik paradox: Weil die Europäische Union den Grenzwert für giftiges Dioxin in Fischkonserven erhöht, soll der Bürger weniger der belasteten Lebensmittel essen. Klingt verrückt? Ist es auch.
Das europäische Lebensmittelrecht misst dem vorbeugenden Gesundheitsschutz höchste Priorität zu – leider nur auf dem Papier. So heißt es im deutschen Lebensmittelgesetz, das auf der EU-Basisverordnung Nr. 178/2002 beruht: "Zweck des Gesetzes ist es, bei Lebensmitteln, Futtermitteln, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher durch Vorbeugung gegen eine oder Abwehr einer Gefahr für die menschliche Gesundheit sicherzustellen." Die Realität sieht leider anders aus: Am 9. Juli tritt ein erhöhter Grenzwert für Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (PCB) in der Fischspezialität Dorschleber in Kraft. Der Grenzwert steigt um das Dreifache von 8 auf 25 Pikogramm pro Gramm. Die Begründung: der niedrige Pro-Kopf-Verbrauch des Produkts. Tatsächlich aber wird der Grenzwert angepasst, damit Produzenten ihre Ware nicht vom Markt nehmen müssen. Eine behördlich genehmigte Vergiftung, findet foodwatch. Denn Dioxine und die dioxinähnlichen PCB sind giftig und zum Teil krebserregend. Ihre Aufnahme sollte so gering wie möglich bleiben. Bereits im Frühsommer 2007 hatte foodwatch Dorschleber auf ihren Gehalt an giftigen Dioxinen und dioxinähnlichen PCB getestet. Alle Proben wiesen eine Überschreitung des damaligen EU-Grenzwertes für Dioxine von 8 Pikogramm pro Gramm auf. Die zuständigen Behörden blieben untätig. Erst auf öffentlichen Druck von foodwatch nahmen mehrere Handelsketten die Ware aus den Regalen. Die Lebensmittel-Lobby kündigte an, sich für eine Überprüfung des Grenzwertes einzusetzen – mit Erfolg. Hilflos musste nun das Bundesinstitut für Riskikobewertung (BfR), dessen Fachleute die Bundesregierung beraten, auf die Heraufsetzung des Grenzwertes reagieren. Mit einer Verzehrsempfehlung, nach der Verbraucher höchstens alle zwei Monate eine Dose Dorschleber von 150 Gramm essen sollten. Und zwar aus "Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes". Absurd: Vorbeugender Gesundheitsschutz bedeutet nicht niedrige Grenzwerte und strenge Kontrollen, sondern beschränkt sich auf den Hinweis, den Konsum von belasteten Lebensmitteln einzugrenzen. Ein Hinweis, der noch nicht einmal auf Verpackungen aufgedruckt wird, sondern nur im Internet zu finden ist. Weitere Infos zum Thema "Dioxine und PCB" gibt auf der Internet-Seite von foodwatch unter: foodwatch.de |
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