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Die Ein-Euro-Münze
 
"Eulen nach Athen tragen" von Hendrik Gabler
Über den Ursprung und die Bedeutung der abgebildeten Eule auf der griechischen 1-Euro-Münze.

Die alte 4-Drachmen Münze


Auch wenn die Herkunft der Münzen mehr oder weniger leicht zu erkennen ist, kennen nur die wenigsten Ursprung und Bedeutung der abgebildeten Motive. Jedes Land hat sich frei aus seiner eigenen Kultur, Architektur Geschichte, Kunst, Flora und Fauna entsprechende Motive gewählt, die aber unter Umständen nicht jedem bekannt sind. Eines davon soll hier erläutert werden - die Eule auf den griechischen 1-Euro Münzen.

Wer kennt nicht das geflügelte Wort: "Eulen nach Athen tragen"?
Diese Redensart reicht bis ins Altertum zurück. Die alten Griechen hielten die Eule für klug, weil sie auch im Dunkeln sieht. Daher war sie ein Attribut von Athene, der Schutzgöttin Athens. So kam es, dass es in dieser Stadt - von den vielen lebenden Eulen abgesehen - auch zahlreiche Bildnisse dieses Vogels gab. Keine Frage, dass es überflüssig war, noch mehr dieser Tiere dorthin zu bringen.

Minerva ist der Name der Göttin Athene. Sie war in der römischen Mythologie die Tochter Jupiters und in der griechischen Mythologie die Tochter des Zeus, und wurde in Griechenland als Göttin der Weisheit verehrt. In Rom galt sie als Schutzgöttin Roms und jedem römischen Gott ordnete man einen Vogel zu. So z. B. Jupiter den Adler, er war auch sein Lieblingstier. Minerva erwählte sich als ständige Begleiterin eine Eule, einen Steinkauz. Dieser wurde in der griechischen Mythologie als heiliger Vogel und als Vogel der Weisheit verehrt. Unter diesem Namen ist er auch in Frankreich berühmt: L'oiseau de Minerve. Diese Eule wurde in Griechenland so verehrt, dass man sogar die attischen Silbermünzen mit ihrem Bild schmückte. Sie hießen daher "Eulen" (glafkes, γλαύκες) oder "Pallades", weil auf der Vorderseite wiederum der Kopf der Pallas Athene abgebildet war.

Diese athenischen Geldstücke kann man auch zur Erklärung des Sprichwortes heranziehen. Die Münzen führten wegen des Münzbildes einer Eule im Volksmund den Namen "Eulen" (ähnlich wie die aiginetischen Münzen kurz "Schildkröten" oder die korinthischen Prägungen "Fohlen" genannt wurden). Diese aus den reichen Silberschätzen des attischen Lauriongebirges geprägten "Eulen" waren im Staatsschatz so viele vorhanden, dass die Bürger keine Steuern zu zahlen brauchten und eine Zeitlang sogar jährlich die Überschüsse verteilt werden konnten. Daher auch die Bemerkung in der satirischen Komödie "Die Vögel" von Aristophanes: "An Eulen wird es nie mangeln".
antike 10-Drachmen Münze

Diese silberne Dekadrachme wurde um etwa 460 v. Chr. in Athen geprägt. Sie trägt auf der Vorderseite den Kopf der Athene und auf der Rückseite die heilige Eule, ein Symbol der Weisheit.

Die attische Drachme (Drachme bedeutet "eine Hand voll") mit dem Kopf der Athene auf der einen und der Eule auf der anderen Seite fungierte als eine Art Leitmünze der Antike. Ihre Verbreitung fand sie im ganzen Mittelmeerraum. Man hat sie jedoch bis weit hinein nach Kleinasien, Syrien und Ägypten gefunden. Die Währung der Handelsmetropole war eine "harte Währung" im doppelten Sinne. Mit einem Gewicht von 43 Gramm Silber hatte die Dekadrachme einen bedeutenden Wert. Schon bei Aristoteles findet man Beschreibungen der Eule. In Griechenland war die Eule gut angesehen und galt als Weisheitsvogel, ausgewählt von der Göttin Athene, der Beschützerin Athens und Göttin der Weisheit. Selbst der kleine, in der linken oberen Bildfläche abgebildete Olivenzweig ist auf dem heutigen 1-Euro-Stück zu finden.

Außerdem gaben die Griechen der europäischen Gemeinschaftswährung mit dem "EYPO" ein griechisches Wort. Denn der griechische Zeus entführte in Gestalt eines Stieres die schöne Europa nach Kreta. Dieses Motiv ist auf der 2-Euro Münze abgebildet. Somit ist der Euro auf einzigartige Weise mit Griechenland verbunden.

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