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Rigas Velestinlis Pheraios
 
Rigas Pheraios  Rigas Pheraios
 

Der Einfluss der französisches Revolution und Rigas Velestinlis Pheraios auf die beginnenden Befreiungsbestrebungen Griechenlands im 18. Jahrhundert

Auf die jahrhundertealte griechische Gelehrtentradition, die mit dem orthodoxen Byzanz eng verwoben war, treffen jetzt das Gedankengut der französischen Revolution und die liberalen Prinzipien, die zur Entstehung von Nationalstaaten führen sollten. Sie finden bei den meisten gelehrten Denkern des vorrevolutionären Griechenlands ein starkes Echo. Zur gleichen Zeit greifen auch die griechischen Seeleute, die die englische Blockade der französischen Häfen durchbrechen und den französischen Wachtposten Lebensmittel liefern, "die neuen Ideen" auf und verbreiten sie begeistert bei ihren Landsleuten. In den Worten "liberté, egalité, fraternité" finden die unterjochten Griechen ihre Ideale wieder. Die französische Revolution und Napoleon, der "Kriegsgott", wie der Revolutionsführer Kolokotronis ihn nennen sollte, öffneten den Menschen die Augen und erweckten neue Hoffnungen. Der triumphale Zug Napoleons durch Italien und der Sturz der absolutistischen Regime, die Einführung der Volksherrschaft, seine Ankunft an der Adria und die Auflösung der Republik Venedig sowie schließlich die Landung der französischen Truppen auf den Ionischen Inseln - dem unterjochten Griechenland direkt gegenüber - sind hochbedeutsame Ereignisse für die Griechen. Napoleon ist am Rande des Orients angelangt und träumt von der Ausdehnung des französischen Einflusses auf diese Region. In dieser unruhigen Atmosphäre entfaltet sich die revolutionäre Bewegung von Rigas Velestinlis Phereos, geboren um 1757 im thessalischen Velestino. Etwa zwanzigjährig geht er nach Konstantinopel, wo er Sekretär des "Großen Dolmetschers" bei der Hohen Pforte, Alexandros Ypsilantis wird, der sich mit väterlicher Sorge um die Bildung des jungen Mannes bemüht. Seine politische und literarische Aktivität beginnt, nachdem er den Posten eines Sekretärs des Hegemonen der Moldau-Walachei, Nikolaos Mavrojenis (1788 - 1790) erhalten hat. Hier erlernt er Französisch, Italienisch und Deutsch und beschäftigt sich einge hend mit der französischen Literatur und Philosophie, vor allem mit Rousseau und Voltaire. Vor 1788 kommt er nach Bukarest, wo er die griechische Kolonie in leidenschaftliche Diskussionen verwickelt vorfindet. Enttäuscht von den trügerischen russischen Befreiungsversuchen richtet Rigas seinen Blick auf Frankreich. Inspiriert durch die Ideen der französischen Revolution strebt er den Aufstand der Griechen und der anderen Balkanvölker an, die er zu einer umfassenden politischen Einheit verbinden möchte. Im August 1796 kommt er nach Wien, wo er im Rahmen eines großen revolutionären Programms aktiv wird. Er weiht viele der dort lebenden Griechen in seine Pläne ein: Studenten und Kaufleute, die meisten aus Kastoria und Siatista. Unter anderem veröffentlicht er die "Charta Griechenlands", die Verfassung einer eventuellen Balkanföderation in der er den Griechen eine vorrangige Rolle zuschreibt, und komponiert mehrere revolutionäre Lieder. Anschließend geht er nach Triest. Dort wird er von der Polizei Metternichs festgenommen und dem Kaimakam (türkischen Statthalter) von Belgrad ausgeliefert, der ihn am 24. Juni 1798 hinrichten lässt.
Die französische Revolution und die Pläne Rigas' beflügeln die Balkanvölker, die sich nacheinander gegen die Ambitionen der Großmächte zur Wehr setzten. Bis zu jenem Zeitpunkt wurden die Länder der Balkanhalbinsel, wie überhaupt der Osten von den europäischen Mächten lediglich als Provinzen des Osmanischen Reiches betrachtet, die sie bei dessen fortschreitendem Verfall selbst zu erben gedachten. Jetzt aber taucht das Wort "Der Balkan den Balkanesen" auf und gewinnt als die natürlichste, einfachste und gerechteste Lösung der Orientfrage immer größere Kraft und Bedeutung.

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