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Der Bio-Grieche, biologisches Olivenöl, Olivenöltests

 Der Bio-Grieche - Stellungnahme zu Olivenöltests 

Es ist ab Ende Juni wieder lieferbar das Olivenöl Ernte November 2011 für nur 12,00 Euro pro Liter frei Haus !

Was wir von Olivenöltests halten.
  [25.09.2010]
Gutes muss nicht teuer sein gegen Gutes kann nicht billig sein!
Lesen wir zunächst, was der Chefredakteur der Zeitschrift Merum, Andreas März, zu diesem Olivenöltest sagt:
Die besten Discounter-Öle: Stiftung Warentest hat wieder zugeschlagen
Die Stiftung Warentest hat dem Olivenöl wieder mal einen Test gewidmet. Liest man die Pressereaktionen auf den Öl-Test, dann ist man versucht anzunehmen, dass sich die Test-Redakteure endlich mal kritisch mit dem Olivenöl-Angebot auseinandergesetzt haben. Leider ist dem nicht so, denn qualifizierte Kritik setzt Kompetenz und Gründlichkeit voraus. Merum wirft dem vielbeachteten Konsumentenmagazin jedoch Mangel an Kompetenz und Oberflächlichkeit vor.
Test-Titel: "Jedes dritte Öl fällt durch: fehlerhaft im Geschmack, wärmebehandelt oder belastet mit Weichmachern." Weiter steht im Text: "Neun Öle im Test waren 'mangelhaft' und haben in der Klasse 'nativ extra' nichts zusuchen."
Bei zwei der bemängelten neun Öle handelt es sich gar nicht um Extra Vergine, sondern um Gewürzöle, die in diesem Test ebenfalls nichts zu suchen haben. Verbleiben somit sieben mangelhafte von 23 geprüften Extra Vergine.
Umkehrschluss: 16 der 23 in Deutschland meistverkauften Extra Vergine sind laut Warentest in Ordnung ("gut", "befriedigend" oder "ausreichend"). Die Aussage des Test-Berichtes ist in Wirklichkeit nicht: "Jedes dritte Öl fällt durch", sondern 70 der getesteten Extra Vergine sind in Ordnung! Damit gaukelt die Stiftung ihren Lesern eine fast heile Billig-Öl-Welt vor und gießt ungezwungen Öl ins Feuer der grassierenden Geizgeilheit.
"Wie die Anbieter das Kunststück vollbringen, Olivenöl so günstig anzubieten, bleibt ihr Geheimnis. Für uns zählt die geprüfte Qualität."
Dieser Schlußsatz des Test-Berichtes ist schiere Heuchelei! Geheimnis? Weshalb finden sich kritische Konsumentenschützer mit Geheimnissen ab? Warum machen sie sich nicht auf, es im Interesse ihrer Leser zu lüften? Interessiert die Warentester nicht, zu welchem Hungerlohn Olivenpflücker arbeiten müssen, damit ein Öl in Deutschland für EUR 3,50 oder 5,60 der Liter verkauft werden kann? Möchten sie nicht wissen, wie unappetitlich Oliven aussehen und riechen, aus denen Billigöle gepresst werden? Und was bedeutet "geprüfte Qualität", wenn die Warentest-Geschmacksprüfer so unkritisch sind, dass sie lediglich vier der 23 geprüften Discount-Öle sensorische Fehler attestieren?
Mangel an Transparenz: Wer verkostet für Warentest?
Leider erfährt der Leser nicht, wer hinter den jüngsten, den industriellen Abfüllern und Großanbietern wohlwollenden Warentest-Verkostungen steht. Nirgends wird erklärt, warum die sensorischen Tester in der Anonymität verbleiben, die Labor-Analytiker hingegen namentlich genannt werden. Die Geheimniskrämerei bleibt unverständlich.
"Schmutziges Gold" lautet der Titel, und im Text liest man: "Kein Öl war frei von Schadstoffen." Kein Öl ohne Schadstoffe? Und sowas soll gesund sein?
Im Bericht wird eine ganze Reihe schädlicher Substanzen aufgezählt, darunter krebserregende. Zwar wird eingeflochten, dass die Pestizidrückstände im unkritischen Bereich lägen und dass der krebserregende Stoff Benzpyren den gesetzlichen Grenzwert bei allen Ölen deutlich unterschreite, aber der Schlag sitzt trotzdem: Alles Olivenöl ist verseucht!
Trotzdem erteilt "Test" aber nur einem einzigen Öl beim Testkriterium "Schadstofffreiheit" ein "Mangelhaft"!
Es ist unseriös, dem Olivenöl auf Grund einer einzigen beanstandeten Probe (Gut & Gerne, Olivenöl aus Kalamata, Griechenland Nativ extra Bio) in großen Lettern vorzuwerfen, es sei chemisch verseucht. Wollte man dieser Grundaussage des Berichtes ein Fundament geben, dann wäre mehr als ein einziges "Mangelhaft" nötig gewesen!
Die Warentester schaffen Verwirrung: Betrug ist nicht Fälschung.
Die Warentester bringen drei Dinge konsequent durcheinander: Betrug (Falschetikettierung), Fälschung (ungesetzliche Behandlung und Verschnitte) und Fatalität (Verunreinigung mit Weichmachern). Alle drei Phänomene sind zu verurteilen, es wäre aber wichtig gewesen, sie – wie folgt – auseinanderzuhalten.
Warentest ließ die Muster im Labor testen. Untersucht wurden der Schadstoffgehalt, der chemische Qualitätszustand, und der Gehalt an Stoffen, die auf eine verbotene Behandlung schließenlassen. Auch ein Verkoster-Panel wurde bemüht. Dieses vermag festzustellen, ob ein Öl frei von sensorischen Fehler ist und die Bezeichnung Extra Vergine zu Recht trägt.
Fünf "Mangelhaft" wegen Fälschung: Im Labor konnte bei fünf der 23 getesteten Ölen eine verbotene Wärmebehandlung nachgewiesen werden.
Ein "Mangelhaft" wegen (mutmaßlich) unabsichtlicher Verunreinigung mit chemischen Weichmachern.
Ein einziges "Mangelhaft" für Betrug (Falschetikettierung): Nur ein Öl wurde allein auf Grund des Panel-Urteils disqualifiziert.
Sechs Olivenölen wirft die Stiftungvor, auf Grund von Fälschung und fataler Verunreinigung nicht verkehrsfähig zu sein. Unter den verbleibenden 17 Kandidaten haben die mit dem sensorischen Test beauftragten Verkoster lediglich bei einem etwas auszusetzen, 16 Extra Vergine sind gemäß den Warentestern von der sensorischen Qualität her nicht "mangelhaft".
Unkritische Verkoster
Es ist sehr bedauerlich, dass die Stiftung Warentest sich immer wieder auf Panels verläßt, die offensichtlich keine Ahnung haben, wie echtes Extra Vergine schmeckt. Nur so ist zu erklären, dass sie diese Massenöle, die in der Mehrheit im Tankschiff von Spanien, Tunesien und Griechenland nach Italien gefrachtet und dort abgefüllt werden, derart unkritisch bewerten. Die Warentester weigern sich, zum Vergleich auch echte Extra Vergine (gemäß EU-Verordnung 796/2002) von anerkannten Qualitätsproduzenten aus Italien, Spanien oder Griechenland herbeizuziehen.
"9 von 26 Ölen fehlerhaft": Nur???
Die Test-Autoren empören sich, dass neun von 26 Ölen fehlerhaft seien. Die Frage ist: Ist diese Naivität echt oder gespielt? Wissen die Warentester wirklich nicht, dass die Situation in Wirklichkeit noch viel schlimmer ist? Ist ihnen wirklich nicht klar, dass von den getesteten Ölen nur zwei oder drei eine seriöse sensorische Kontrolle bestanden hätten?
Oberflächliche Autoren
Test erteilte drei Olivenölen, die sie einer falschen Herkunftsangabe bezichtigt, die Note "Ausreichend". Falsche Herkunftsangabe ist aber Betrug, und ein Öl mit betrügerischer Kennzeichnungverdient kein "Ausreichend", sondern gehört mit einem "Mangelhaft" denunziert.
Wärmebehandlung wird im Text als "Qualitätsverstoß" bezeichnet. Selbstverständlich handelt es sich nicht um einen Qualitätsverstoß, sondern um veritable Fälschung.
"Für fast jedes zweite Öl gab es inpuncto Geruch und Geschmack nur ein 'Ausreichend'. Diese Öle nehmen so gerade noch die Hürde 'nativ extra', sind aber kein Genuss." Dieser im Original zitierte Satz aus dem neuen Test-Bericht ist der Schlüssel zum Olivenöl-Credo der Warentester. Sie ignorieren, dass Öle, die "keinen Genuss" bieten, auf dem Weg zur Verderbnis sind. Halbverdorbene Olivenöle gehören aber laut Gesetz in die Kategorie "Vergine", wenn nicht gar in die Raffinerie! Extra Vergine ist die vom Gesetz definierte Spitzenklasse der Olivenöle. Ein Extra Vergine, das diese Bezeichnung zu Recht trägt, ist ein Genuss… Immer!
Die Discounter danken!
Am 1. September 2005 stand in "Bild" über einem kurzen Bericht zur Entdeckung des Wirkstoffes Oleocanthal: "Olivenöl kann Leben verlängern." Und darunter: "Diese Öle sind gut und soooo gesund": Luccese (EUR 2,59/750 ml), Füllhorn (EUR 4,99/500 ml), Mazola(EUR 4,10/500 ml), Naturata (EUR5,55/500 ml), Spinnrad (EUR 9,45/500ml). "Diese fünf Olivenöle bekamen von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil 'gut'. Und sie sind gut für Ihre Gesundheit." Ende Zitat.
(Kleine Anmerkung zum "soooo gesund": In den runteroxidierten industriellen Ölen ist außer der Ölsäure nicht mehr viel Gesundes vorhanden, da die Antioxidantien größtenteils verbraucht sind.)
Auch der jüngste Warentest-Bericht wird von Bild prominent und verkaufswirksam zitiert: "Das sind die besten Olivenöle". Dann die Auflistung: Vom Fass, Gaea, Edeka, Rewe, Lidl, Neuco, Aldi Süd, Rapunzel, Netto, Bertolli.
Ist den Autoren von Warentest eigentlich klar, dass es den Produzenten, die Olivenöl aufwendig aus Oliven erzeugen (und nicht aus Offenware für zwei bis drei Euro pro Liter), in ganz Europa dreckig geht? Dass sie ihr Extra Vergine oft nur mit großer Mühe und meist unter den Produktionskosten verkaufen? Wissen die Warentester nicht, dass sie dafür mitverantwortlich sind, indem sie regelmäßig und systematisch Industrieöle promovieren und diesen willig die Extra Vergine-Absolution erteilen?
Scheinheilige Warentester
"Viele Kunden vertrauen dem Etikett und erwarten höchste Qualität. Sie sind aber selten bereit, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen. Die günstigsten Öle im Test kosten 3,45 Euro pro Liter. Läßt sich dafür überhaupt ein hochwertiges Öl herstellen?"
Falls die Autoren die Antwort wirklich nicht selber kennen, weshalb stellen sie die Frage dem Leser und nicht Fachleuten? Die Zweifel der Test-Autoren sind scheinheilig! Im Februar 2003 schrieb Birgit Rehlender (Stiftung Warentest): "Ausschlaggebend für die Zweifel an der Qualität war für Merum der niedrige Preis. Ein günstiger Preis ist für die Stiftung Warentest jedoch noch kein Grund, die Qualität abzuwerten." Damals gab die Redakteurin klar zu verstehen, dass tiefe Preise für sie kein Grund für Zweifel seien.
Stiftung Warentest fügt mit ihren Veröffentlichungen dem echten Extra Vergine und seinen Produzenten mehr Schaden zu, als Frost und Trockenheit dies je tun könnten. Trotz ihres Images als kritische Verbraucherschützer gehören die Warentester zu den wichtigsten Promotoren von falschem Extra Vergine in Deutschland. Ohne ihre Testberichte würden die Geschäfte manch deutschen Discounters weit weniger 'geölt' laufen, aber dafür das Qualitätsniveau des in Deutschland konsumierten Olivenöls möglicherweise gesamthaft steigen.
Wieder hat ein Test der Stiftung Warentest über Olivenöle die Nation aufgerüttelt und Vorurteile bestätigt, aber was wirklich dazu zu sagen ist, haben Sie gerade gelesen. Erstes Vorurteil: Gutes muss nicht teuer sein. Was für ein Zufall, dass bei Tests der Stiftung Warentest mal wieder ein Discounteröl ganz vorn gelandet ist: das Luccese von Lidl. Mit dem Test dieses Öls ist die Stiftung 2002 schon mal auf die Nase gefallen und musste das Produkt herabstufen. Jetzt schauen wir uns noch einmal die Produktions- und Verkaufspyramide der Zeitschrift Merum an:
Zwei widersprüchliche Qualitätspyramiden
Pyramiden - Produktion/Verkauf
       Produziertes Olivenöl Verkauftes Olivenöl
Deutlicher kann der Widerspruch zwischen echt und unecht nicht gemacht werden.
Wir wollen darüber hinaus feststellen, dass bei den Massen an Olivenöl, die Discounter auf den Markt bringen, mit Sicherheit hunderte von Chargen im Spiel sind. Schon von daher macht es überhaupt keinen Sinn und ist nicht im mindesten repräsentativ, jeweils nur eine Charge zu testen. Dass die Produktionskosten für ein wirklich hochwertiges Öl weit über dem Verkaufspreis der Discounter liegen, ist eine unbestrittene Tatsache. Wie derart niedrige Preise zustande kommen, können Sie ausführlich auf unseren Olivenölseiten nachlesen. Wir halten die Aussage: "Gutes muss nicht teuer sein" für äußerst irreführend, denn sie verstärkt den qualitätstötenden Schnäppchentrend, und stellen dagegen: "Gutes kann nicht billig sein".
Die eigentliche "Horrormeldung" ist jedoch diese: Weichmacher in Bio-Ölen!
Hier greift Vorurteil Nummer 2: Hab' ich doch schon immer gesagt: "Das ganze Biozeug ist auch nicht besser."
Und da müssen wir der Stiftung Warentest eindeutig ein Kompliment machen: Der Test deckt auf, dass ein Stoff, der u.a. in Kinderspielzeug verboten ist, ausgerechnet in einem Bio-Olivenöl vorkommt. Das ist der absolute Hammer, wie wir es mal salopp formulieren wollen. So was versetzt dem guten Ruf von "Bio" einen herben Rückschlag, bewirkt einen Vertrauensverlust, der kaum wieder gut zu machen ist. In welchem Maß diese Tatsache den Bio-Bereich schädigt, können Sie bei den unten aufgelisteten Links nachlesen. Die wirklich seriösen Bauern, Ölmühlen und Vertreiber von Bio-Olivenölen führen seit Jahren einen mittlerweile zart erfolgreichen Kampf gegen Panscher und andere nachlässige Profitgeier, die es leider längst auch im Bio-Sektor gibt. Die "Anständigen" werden jetzt in ihren Bemühungen um Jahre zurückgeworfen. Im konkreten Fall scheinen die Weichmacher durch falsche Lagerung ins Öl gekommen zu sein. Olivenöl darf nämlich auf keinen Fall in Plastikbehältern gelagert werden, denn diese enthalten Weichmacher und die Säuren im Öl lösen sie heraus. Der Weichmacher, um den es hier geht, dampft sogar von alleine aus dem Kunststoff aus, da er keine chemische Verbindung mit diesem eingeht, sondern wie Wasser in einem Schwamm enthalten ist. Der Bio-Grieche weiß, dass seriöse Bio-Händler ihre Chargen in regelmäßigen Abständen an geprüfte Laboratorien senden, um sie auf Schadstoffe untersuchen zu lassen. Das scheint im vorliegenden Fall nicht geschehen zu sein. Traurig aber wahr, nachlässig und fahrlässig und natürlich kostensparend, da solche Analysen nicht billig sind. Trotzdem bleiben wir bei unserer Aussage, obwohl es nie 100%ige Sicherheit geben kann: Zu Bio gibt es keine Alternative! Und die allermeisten Bio-Lebensmittel sind, wie zahlreiche Untersuchungen ergeben haben und ergeben, frei von Schadstoffen. Das trifft mittlerweile auch wieder auf die Bio-Olivenöle zu, wie ein wirklich guter Olivenöltest der Zeitschrift Ökotest in der Oktoberausgabe 2009 klar zeigt.
In Heft 4 2010 hat sich die Stiftung Warentest mal wieder an Olivenöl gewagt. Leider gibt es keine Möglichkeit, diesen Test kostenlos abzurufen. Der Bio-Grieche hat den Test gekauft und gelesen. Ich bin nicht überzeugt von der Qualität des Testes, zumal schon wieder Discounteröle vorn liegen. Man darf gespannt sein, ob und wenn ja wie sich "Merum" wieder dazu äußert.
 
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