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| Olivenernte |
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| Zeitpunkt Der richtige Zeitpunkt, wann die Oliven geerntet werden sollen/müssen, hängt von vielen Faktoren ab, als erstes natürlich vom Wetter. Es kann durchaus sein, dass wetterbedingt schnellstens geerntet werden muss, weil die Oliven beginnen, abzufallen. Da bleibt für die anderen Kriterien kein Spielraum mehr. Voraussetzung ist, dass der Ölbauer sein Feld regelmäßig in Augenschein nimmt. Im Durchschnitt findet die Ernte von November bis Februar statt. Der Ölbauer muss ab November auch täglich den Wetterbericht verfolgen, da ein strenger Frost, wie er vor allem in den nördlichen Anbaugebieten - aber nicht nur dort - durchaus vorkommen kann, die Oliven unbrauchbar macht. Wird also ein Kälteeinbruch vorhergesagt, heisst es: schleunigst ernten. |
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| Worauf es ankommt Die "anderen Kriterien" sind vor allem der Reifegrad. Um Spitzenöle zu gewinnen, müssen die Oliven grün, das heißt unreif geerntet werden. Unreife Oliven haben nur ein Drittel des Ölgehalts von reifen Oliven. Man muss also fast 3 Mal so viele Oliven ernten, um die selbe Menge Olivenöl zu erhalten wie bei reifen Oliven. Dass der Reifegrad einer Frucht erhebliche geschmackliche Veränderungen bewirkt, weiss jeder. So ist das auch bei der Olive. Die unreife grüne Frucht ist wesentlich "oliviger" und bitterer als die reife. Viele Menschen mögen den stark olivigen Geschmack sehr, und daher werden solche Öle produziert. Das ist aber nicht der einzige Grund: Viel wichtiger ist die Tatsache, dass unreife Oliven den gesundheitlich äusserst wertvollen Stoff Oleuropein in viel stärkerer Konzentration enthalten als reife Früchte. Das wussten schon die alten Griechen, natürlich nicht explizit, aber offensichtlich kannten sie die gesundheitlichen und geschmacklichen Vorzüge eines Öls aus grünen Oliven. Das Öl aus den schwarzen, reifen Oliven benutzten sie nämlich nur als Wagenschmiere und für Lampen! Man kann davon ausgehen, dass das minderwertige Öl früher aus herunter gefallenen, überreifen Früchten gewonnen wurde. Daher heisst ein solches Öl noch heute "Lampantöl" und ist zum Verzehr nicht zugelassen. Inwieweit ein solches Öl dennoch in den Chargen so mancher großer Abfüller landet, finden Sie ausführlich im Dossier Olivenöl erklärt. |
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| Die Ernte selbst Die Ernte ist ein äußerst mühsames Unterfangen ganz besonders bei großen Bäumen, wo es nicht ohne Leitern geht. Idealerweise sollten die Früchte von Hand gezupft werden. Dies würde die Erntedauer jedoch derart verlängern, dass das Öl wirklich nicht mehr bezahlbar wäre. So bedient man sich heute einfacher Hilsmittel: Man nimmt den Olivenkamm/Olivenrechen, den Sie auf dem Bild oben betrachten können. Damit streift man die Olivenzweige von innen nach außen ab, ohne die empfindlichen Früchte und die Blätter und Zweige zu verletzen. Unter den Bäumen liegen feinmaschige Netze oder Tücher. Die Oliven fallen also weich und werden nicht verletzt. Auch das Ausbreiten dieser Tücher ist ein mühseliges Geschäft, vor allem in steilen Hanglagen. Dabei sind häufig noch abenteuerliche Holzkonstruktionen nötig, da die Netze ja eben liegen müssen. All das muss von Baum zu Baum bewegt werden, was allein schon Stunden dauert. Ist ein Baum abgeerntet, werden die Netze zu einem Sack zusammengezogen und die Oliven kommen auf eine einfache, mobile Sortieranlage. Dort werden von Hand die meisten Blätter und Aststückchen entfernt. Anschliessend kommen die Früchte in Transportbehälter. |
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| Neuere Erntehilfsmittel Da ist einerseits der Preisdruck und andererseits die Tatsache, dass immer weniger Menschen bereit sind, die sehr mühselige Erntearbeit auf sich zu nehmen. Not macht erfinderisch. Daher gibt es eine rasante Entwicklung neuer Erntemethoden. Leider muss man sagen, dass jede Erntemethode immer noch besser ist als gar keine, sprich: Warten bis die Früchte von allein auf vorher ausgebreitete Netze fallen. Eine nach unserer Meinung akzeptable, neue Methode wollen wir kurz vorstellen. Diese ist vor allem für die höheren Äste geeignet und erspart weitgehend die Leitern. Die Geräte arbeiten mit Druckluft oder mit 12 Volt Gleichstrom. Dazu sind benzinbetriebene mobile Generatoren nötig. Wir wollen jetzt nicht über die Auspuffgase philosophieren, sondern diese tolerant in Kauf nehmen. Es gibt zwei Modelle. Die einen arbeiten mit einem Klapprechen, die anderen mit kleinen, rotierenden Walzen, an denen Plastikriemchen befestigt sind. Wollen Sie die Rotorwalze in Aktion sehen, dann können Sie einen kleinen Film herunterladen, den Sie mit dem Programm Winamp, mit dem Realplayer oder mit einem anderen Mediaplayer betrachten können. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link und gehen dann auf Ziel speichern unter. Es gibt mittlerweile sogar gigantische "Olivenvollerntemaschinen", die vor allem in Australien und den USA zum Einsatz kommen. Wenn Sie die mal ansehen wollen, dann klicken Sie hier. |
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![]() Klapprechen: Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht |
![]() Rotorwalze: Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht |
| Die Transportbehälter Selbst bei der Auswahl dieser Mittel werden gravierende Fehler gemacht. Die Olive ist eine außerordentlich empfindliche Frucht. Schon die geringste Verletzung der Außenhaut setzt sofort einen Fäulnisprozess in Gang. Luft bzw. Sauerstoff ist für das Fruchtfleisch Gift! Also müssen flache Kisten aus Holz oder Kunststoff zum Einsatz kommen, worin die Oliven locker liegen. Ganz schlimm sind große Säcke, egal aus welchem Material. In diesen lastet auf den untersten Schichten ein derartiger Druck, dass die Oliven platzen und die Verderbnis beginnt. Stehen diese Säcke, dann noch stundenlang an der Strasse in der prallen Sonne, bis sie abgeholt werden oder lagern sie gar tagelang in einem Schuppen, bis die Ölmühle einen Termin frei hat, dann ist die Qualität des Öls schon stark gemindert. Die Oliven müssen in den flachen Kisten möglichst am Tag der Ernte vorsichtig in eine möglichst nah gelegene Ölmühle gefahren und sofort verarbeitet werden. Denn selbst eine längere Fahrt auf holprigen Wegen würde die Oliven durchschütteln und verletzen. |
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| Zusammenfassung Sie sehen, es gibt eine Menge zu beachten und äußerste Sorgfalt ist angesagt. Es geht nicht ohne eine exakte Abstimmung mit der Ölmühle, die man für den Erntetag/die Erntetage reservieren muss. Die Mühlen arbeiten während der Erntezeit rund um die Uhr. |
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